Sehr schöne Rezension im FOLKER. Bin hocherfreut!

CHRISTOPH BÜRGIN
19:57

(Eigenverlag) mit schwyzerdt. u. standarddt. Texten u. Infos

Lieder in Schaffhauser Mundart. Für die Ohren des 600 Kilometer rheinabwärts lebenden Rezensenten hören sie sich zunächst einfach alemannisch oder schwyzerdütsch an: „Pack schnäll zäme, ich wett mit dir an See.“ Die erste Zeile des Albums führt zu einem Angelausflug auf den See, um sich vom alltäglichen Betongucken zu erholen. Wasser in Form von Seen, Flüssen, Regen und Meer kommt in vielen Liedern vor, wobei für letzteres die Schweiz verlassen wird, mal nach Italien, mal nach Irland. Das gilt auch für die bedienten Musikstile, die sich aus Rock und Pop, Jazz und Blues, italienischem und irischem Folk, deutscher Liedermacherei und englischem Singer/Songwriting bedienen und einen vollen Bandsound bilden. Ob Schlagzeug oder Klavier, Gitarre oder Kalimba, Uilleann Pipes oder Schweizer Sackpfeife, alles harmoniert miteinander, baut Spannungen auf, entspannt sich wieder und bildet so einen mal fröhlichen, mal dramatischen Klangteppich für die Geschichten, die Bürgin erzählt. Sie handeln unter anderem von einer „Schturmwaarnig“, vom Leben in einer „Chliischtadt“, von „Wolke und Schtäi“ in Irland oder historisch von der 1653 in Schaffhausen der Hexerei angeklagten „Anna Wirthin“. Ein großartiges Album!
Michael A. Schmiedel