„Neue Lieder in Schaffhauser Mundart“ – Christoph Bürgin hat jahrelang andere Musiker begleitet und legte mit „Chömmer So Lo“ 2015 sein erstes Solo-Album vor. In Schaffhauser Mundart. Der Elftitler ist dabei alles andere als ein solistisches Machwerk, denn mit vier gastmusikalischen Begleitern an Piano, Keys, Hammond, Schlagzeug und Bass sowie Perkussion erfährt das erstaunliche Instrumentarium Bürgins – diverse Gitarren, Bouzouki, Dobro und Gesang – eine nicht zu verachtende Unterstützung.

„Wenn ich Lieder anderer Komponisten vortrug, konnte ich mich schon seit geraumer Zeit nicht mehr mit deren Inhalt identifizieren. Ich bin kein irischer Rebell, kein Cowboy und kein New Yorker Folkie“, so der Komponist und Textdichter des überwiegenden Teils der Titel. E Ross und En Hund eröffnet den Silberling mit nachwehenden Stahlsaiten, die von Slide-Gitarre und Gesang umspielt werden. Unaufgeregt und entspannt. Für hochdeutsch-affine oder -gewöhnte Hörer dürften die Verständnisgrenzen recht schnell erreicht sein. Doch auch ohne stringentes Textverständnis sind die Titel in feiner Singer-Songwriter-Manier ein akustisches Relaxans, das immer wieder in lautmalerische Dubdidudidilidus und Lalalalas mündet.

Die Aalte Säck drückt durch den Einsatz von Schlagzeug und Hammond ein wenig rockigere Töne an, die beizeiten von spielerischen Gitarren- und Orgel-Soli entspannt werden. Auf die Dauer einer Dreiviertelstunde mundartet sich Bürgin durch die Strophen und Refrains seiner Kompositionen – eine Ausnahme stellt der abschliessende Titel Gorilla dar –, kreiert illustre Mitsingmelodien und gibt sich insgesamt erfrischend unaufgeregt. Und genau diese Form alltäglicher Selbstverständlichkeit ohne Ego-Fixierung macht das Album zum Hörgenuss – es bannt durch den entspannten Fokus auf sich und nimmt seine Hörer mit auf die Reise, in sich selbst zu ruhen.

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